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Südwest Presse: KOMMENTAR · KLIMAKONFERENZ Zeit der Wunschzettel

Ulm (ots) - Der Beschluss der Klimakonferenz von Lima ist inhaltlich dünn. Allen Beteuerungen vieler Teilnehmer zum Trotz, wie wichtig der Klimaschutz ist, um eine globale Katastrophe abzuwenden, sind in der peruanischen Hauptstadt allenfalls Unverbindlichkeiten verabredet worden. Wunschzettel sollen nun ausgefüllt werden, auf denen die Staaten freiwillige Klimaschutzziele formulieren dürfen. Das passt in die vorweihnachtliche Zeit. Ob sie dem Ziel dienen werden, die Erderwärmung um zwei Grad zu begrenzen, bezweifeln nicht wenige Experten. Eigentlich sollte das Fundament für die Weltklimakonferenz 2015 in Paris gegossen werden, wo der endgültige Vertrag zur Eindämmung der weltweiten Erderwärmung abgeschlossen werden soll. Die Konferenz in Lima erging sich jedoch offenbar so sehr in Streitigkeiten, dass davon keine Rede mehr ist. Allenfalls die Baugrube sei ausgehoben worden, meinen deutsche Umweltverbände nicht zu Unrecht. Was offenkundig fehlt, ist eine gehörige Portion Vertrauen zwischen den Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern. Darum wurden in den Gesprächen über einen gerechten finanziellen Ausgleich keine gemeinsamen Vorgaben entwickelt. Und China oder Indien, die mittlerweile zu den größten CO2-Verursachern zählen, behalten einstweilen ihren Status als Entwicklungsstaaten. Bis zur Pariser Konferenz kommenden Dezember bleibt nicht mehr viel Zeit, auch solche Paradoxe zu beseitigen. Angesichts des weichgespülten Kompromisses von Lima muss sich in den nächsten Monaten der Wille zu handeln, endlich ernsthaft durchsetzen. Abwarten gilt nicht mehr.

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