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Südwest Presse: KOMMENTAR · MERKEL

Ulm (ots) - KOMMENTAR · MERKEL

Mit Risiko Die Weltgemeinschaft und Russland reden zwar, aber aneinander vorbei. Selbst Angela Merkel scheint den russischen Präsidenten nicht mehr zu verstehen - oder besser gesagt: immer deutlicher. Ihre jüngste Ansprache jedenfalls zeigt, dass die Temperaturen im deutsch-russischen Verhältnis weit in den Minusbereich gefallen sind. Merkel weist Putin klar in Schranken. Das ist gut, aber nicht ohne Risiko. Gut ist es vor allem deshalb, weil Merkel als einflussreiche Regierungschefin die Einigkeit unter den EU-Staaten betont. Wenn es um die Missachtung des Völkerrechtes oder die Selbstbestimmung zum Beispiel der Balkanstaaten geht, will sich Europa nicht auseinanderdividieren lassen. Selbstverständlich ist dieser Kurs nicht. Doch er ist notwendig, will die EU Erfolg haben. Gefährlich ist die Zuspitzung, weil nicht nur Moskau einen hohen politischen und wirtschaftlichen Preis für das Frostklima zahlt. Dieses lähmt beide Seiten. Rasches Tauwetter ist nicht in Sicht, dazu sind die Positionen im Donbass zu festgefahren. Doch wenn die EU abseits der jetzigen Ukrainekrise etwas lernen kann, dann das: Wer seinen Einflussbereich nach Südosten erweitern will, darf Geschichte nicht vergessen. Erweiterungen folgen nicht nur technischen Abläufen, sie stoßen auf Empfindlichkeiten. Russland darf der EU die Politik zwar nicht diktieren. Doch es hat das Recht, dass man mit ihm in diesen Fragen spricht.

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