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Südwest Presse: Sturm im Wasserglas

Ulm (ots) - KOMMENTAR · CDU

So, so, der CDU-Nachwuchs ist unzufrieden mit Angela Merkel. Den jungen Leuten aus der Partei der Kanzlerin gefällt deren Wirtschaftspolitik nicht, vor allem der mangelnde Reformeifer der Koalition. Große Mehrheit - große Taten? Pustekuchen! Schwarz-Rot, finden die Jungunionisten, fällt bislang durch Trägheit auf, weniger durch Kreativität. Das nervt die Gruppe "CDU2017". Doch den murrenden CDU-Junioren geht es nicht darum, einer vermeintlich tatenlosen Koalition Beine zu machen, sondern um eine Korrektur des Regierungskurses. Ihnen passt die ganze Richtung nicht. Sie meinen das Ungleichgewicht zwischen den bisher abgehakten SPD-Projekten und den noch unerfüllten Wünschen der Union, aber sie sagen es nicht offen. Dass die Kanzlerin durch ausbleibende Reformen den erkämpften Wettbewerbsvorsprung der Bundesrepublik aufs Spiel setzt, glauben inzwischen nicht bloß Arbeitgeber und Industrie. Aber Angela Merkel ist nicht dafür bekannt, dass sie sich von ein paar aufmüpfigen Parteifreunden beirren ließe. So lange die Parteichefin Erfolg hat, wird sie sich weder in ihre Regierungsgeschäfte noch in die programmatische Orientierung der Union hineinreden lassen, nicht vom konservativen "Berliner Kreis" und nicht von den Möchtegernreformern der "CDU2017". Bislang hat Angela Merkel noch jeden Sturm im Wasserglas überstanden. Sie weiß, dass sich einige ihrer Kritiker im Vorfeld des CDU-Parteitags Anfang Dezember aufblasen, um ihre Chancen bei den Vorstandswahlen zu verbessern. Doch eine Gefahr für die Vormachtstellung der Kanzlerin bedeutet der begrenzte Aufruhr in der CDU keineswegs.

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