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Südwest Presse: Kommentar zur Gaza-Konferenz

Ulm (ots) - Wenn man die Stimmung auf der Gaza-Konferenz in Kairo auf einen Nenner bringen sollte wäre es dieser: Die internationale Gemeinschaft hat den Nahostkonflikt satt, total satt, seine immer wüsteren Auswirkungen, seine humanitäre Megakrise sowie das endlose Getue und Getrickse der örtlichen Protagonisten. Israels Blockade-Politik, vor acht Jahren von dem damaligen Premier Ehud Olmert eher aus dem Stegreif und aus innenpolitischem Kalkül verhängt, hat sich als katastrophale Sackgasse entpuppt. Die Raketen aus dem Gazastreifen fliegen weiter, die Verheerungen durch die israelische Luftwaffe werden immer hemmungsloser. Drei Kriege hat es in den vergangenen sechs Jahren gegeben, ohne dass sich an der Ursache des Konflikts, der gefängnisartigen Blockade des Gazastreifens durch Israel, irgendetwas geändert hätte. Selbst harmlose Solidaritätssegler mit Wolldecken und Zelten an Bord werden von der israelischen Marine aufgebracht. Die norwegischen Mit-Initiatoren der Kairo-Konferenz haben ausgerechnet, es würde mindestens 20 Jahre dauern, die jüngsten Kriegsschäden zu beseitigen, wenn der von Israel erlaubte Import nach Gaza bei den jetzigen Kapazitäten bleibt. Verzweiflung brütet Radikalität aus, weil die auf Dauer eingesperrten Menschen in dem Gefühl leben, nichts mehr zu verlieren zu haben. Aber auch Israel erlebte jetzt zum ersten Mal, wie sehr sein Besatzerregime das Land innerlich vergiftet hat. Noch nie war die eigene Bevölkerung so verhetzt, noch nie so polarisiert wie nach dem jüngsten 50-Tage-Krieg. Und noch nie war so klar, dass Waffeneinsatz und Waffenstillstand allein keinen Frieden bringen.

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