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Südwest Presse: Kommentar zu Israel

Ulm (ots) - Die Menschen im Gazastreifen und in Israel haben mit der Waffenpause für den Nahen Osten Tage ohne Bombenangriffe gewonnen. Den politischen Preis dafür könnte der israelische Premier Netanjahu zahlen müssen. Er ist den Erwartungen der Hardliner in seiner Regierung und in der Bevölkerung nicht gerecht geworden. Diese haben ein Ende des Blutvergießens mit Maximalforderungen verbunden: die Auslöschung der Hamas im Gazastreifen. Wenn Netanjahu ohne Rückendeckung des Sicherheitskabinetts Anfang der Woche eine Waffenruhe eingegangen ist, besagt das mehrerlei: Sicherheit für Israel lässt sich nicht mit Bomben gewinnen. Noch mehr Tote und noch mehr Zerstörung im Gazastreifen nähren den Hass, sie schaffen keinen Frieden. Die jetzige Debatte in Israel zeigt aber auch, dass in der Politik jene an Einfluss gewonnen haben, die für einen Ausgleich mit Palästinensern nicht zu haben sind. Eine gefährliche Entwicklung. Diese Kräfte setzen auf Vernichtung. Das Erstarken noch extremerer Kräfte in Gaza und die Gefahr eines Flächenbrandes nehmen sie in Kauf. Das macht die Ausgangslage für politische Gespräche kompliziert. Man müsste an dieser Stelle an die internationale Gemeinschaft appellieren, Druck auf beide Seiten auszuüben, wüsste man nicht, wie ohnmächtig selbst die Großmacht USA in Israel mittlerweile ist. Und doch: Ohne Zugeständnisse an die Menschen in Gaza und ohne wirtschaftliche Perspektiven für den zerbombten Küstenstreifen gibt es keine Schritte zum Frieden. Die Freunde Israels müssen jetzt schnell Klartext sprechen, auch mit den Hardlinern in Tel Aviv.

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