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Südwest Presse: KOMMENTAR zu IRAK Ausgabe vom 15.08.2014

Ulm (ots) - KOMMENTAR zu IRAK

Ausgabe vom 15.08.2014 Nun also doch: Nach langem Hin und Her hat sich die Bundesregierung entschlossen, den kurdischen Einheiten im Irak Hilfe zukommen zu lassen. Vier Transall-Maschinen der Bundeswehr, vor allem mit Sanitätsgütern und Lebensmitteln, sollen sich heute auf den Weg in die Krisenregion machen. Eine gute Entscheidung - vor allem für die Menschen, die unter dem bestialischen Terror der IS-Einheiten leiden und im Sindschar-Gebirge ums nackte Überleben kämpfen. Aber wie jämmerlich, ja beschämend war der Weg dorthin. In der uns eigenen deutschen Unentschlossenheit und Angst vor einer klaren Positionierung diskutierten Öffentlichkeit und Politik, was denn nun angesichts der Massaker der IS-Schergen an Hilfe für die kurdischen Truppen und Flüchtlinge angemessen sei - und was nicht. Es ist richtig, dass über die Frage militärischer Hilfe oder gar eines Einsatzes gestritten wird - dies ist eine Entscheidung, die gerade wir Deutschen nur unter Beteiligung des Parlaments und im internationalen Verbund treffen können. Aber gibt es wirklich zwei Meinungen darüber, ob im Irak humanitäre Hilfe geleistet werden muss? Wer, wenn nicht Deutschland, sollte in dieser Frage vorangehen und zuallererst eine solche Unterstützung gewähren? Auch als Signal an jene, die sich von der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen fühlen. Wer sich der Möglichkeit militärischer Optionen - auch aus guten Gründen - verweigert, muss sich an anderer Stelle umso entschiedener engagieren. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass Deutschland mögliche Flüchtlinge aus dem Irak großzügig aufnimmt. Ohne zögerliches Wenn und Aber.

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