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Südwest Presse: Kommentar zu ISRAEL

Ulm (ots) - Jeder Staat hat das Recht sich zu schützen. Das gilt selbstverständlich auch für Israel. Die hunderte Raketen, die seit Wochen vom Gazastreifen aus auf das Land abgeschossen werden, sind eine Bedrohung, auch wenn die wenigsten Geschosse großen Schaden anrichten. Noch. Denn die Hamas im Gazastreifen hat aufgerüstet und inzwischen Waffen mit bedrohlicher Reichweite im Repertoire. "Befreundete" Staaten und Scheichtümer haben geliefert. Sie spielen ihre gefährlichen Politik-Trümpfe über die radikalislamische Rumpfregierung aus. Verbunden ist die Hamas mit ihnen unter anderem über ein System aus tausenden Tunneln. Dieses hat Israel jetzt im Visier. Mit einer - wie sie sagt - begrenzten Bodenoffensive hofft die Regierung Netanjahu auf einen ultimativen Schlag, der Israel für lange Zeit vom Dauerbeschuss befreit. Das ist eine Strategie, die ausschließlich an den Auswirkungen ansetzt, die Ursachen der Gewalt aber ausblendet. Sie ist nicht nur brandgefährlich, sie wird nie und nimmer zu einer dauerhaften Beruhigung der Lage in Nahost führen. Im Gegenteil: Mit der steigenden Zahl der Toten im Gazastreifen wächst die tödliche Wut auf palästinensischer Seite. Die jetzige Offensive könnte nicht nur Nährboden für eine neue Intifada in unmittelbarer Nachbarschaft sein, sie heizt in einem viel größeren Rahmen den Zorn muslimischer Staaten auf den Dauerfeind Israel und die mit ihm verbündeten Länder an. Mit seinen Panzern mag Israel Tunnel treffen, Sicherheit in einem umfassenden Sinn gewinnt es damit nicht. Diese kann nur die Politik mit einem fairen Ausgleich erreichen. Doch dazu sind beide Kontrahenten nicht bereit.

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