Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zu Hochschulen

Ulm (ots) - Lange war wenig zu hören von Bundeswissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU). Doch seit einigen Wochen ist das anders. Im Mai präsentierte sie eine Einigung zwischen Bund und Länder bei den Bildungsausgaben. Gestern legte ihr Ministerium einen Entwurf zur Änderung des Grundgesetzes vor. Sollte er Zustimmung finden, würde Wanka die deutsche Hochschullandschaft prägen. Dabei ist der Entwurf nicht radikal. Er kippt nicht das erst 2006 erlassene Kooperationsverbot komplett - schon gar nicht im Bildungsbereich, der im Entwurf leider völlig außen vor gelassen wird. Dafür aber würden mit seiner Gesetzwerdung viele Hindernisse im Hochschul- und Forschungssektor Vergangenheit sein. So ist im Entwurf die Regel gestrichen, die das Zusammenwirken von Bund und Ländern bis dato nur in außeruniversitären Forschungseinrichtungen erlaubt. Er macht Schluss mit der Einschränkung, nur Vorhaben an Hochschulen gemeinsam fördern zu können - und keine Einrichtungen selbst. Dadurch wäre der Weg frei, Hochschulen abseits von zeitlich begrenzten Projekten langfristig und institutionell zu unterstützen. Das wäre ein Fortschritt zu den vielen befristeten Pakten und würde helfen, die prekäre Grundfinanzierung zu stärken. "Die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern wird noch planbarer, noch verlässlicher, noch strategischer", wirbt Wanka. Das ist jedoch übertrieben, wenn man an all die Professoren denkt, die derzeit Jahr für Jahr neue Drittmittel einwerben müssen, um irgendwie ihre Doktoranden weiter finanzieren zu können. Man sollte das "noch" streichen und einfach sagen: Die Zusammenarbeit würde verlässlicher.

Pressekontakt:

Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: