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Südwest Presse: Kommentar zum Erdoganbesuch

Ulm (ots) - Es spricht nicht gerade für die Weitsicht deutscher Politiker, wenn eine Woche vor dem Auftritt des türkischen Premiers in Köln der Chor derer immer größer wird, die eine Absage des Besuchs fordern. Das Unglück von Soma und die zynische Reaktion Erdogans - "So was passiert eben" - angesichts von 301 Opfern bestätigt nur, was jeder bereits zuvor wusste: Der türkische Ministerpräsident hat jeden Bezug zur Realität und jede Distanz zu seiner Person verloren. Recep Tayyip Erdogan führt die Türkei im Stile eines Despoten aus der Dritten Welt. Nur - dazu bedurfte es keines Bergwerkunglücks oder der absurden Reaktion Erdogans auf die Kritik von Bundespräsident Joachim Gauck bei seinem Besuch in der Türkei. Es hätte genügt, sich die Auftritte des AKP-Chefs in Köln 2008 und in Düsseldorf 2011 noch einmal anzuschauen. Erdogan dachte schon damals nicht im Traum daran, sich als bescheidener Gast zu präsentieren. Wahlkampf pur war die Devise, untermalt mit dem üblichen Großmanns-Geschrei. In Köln warnte er seine Landsleute davor, sich in Deutschland zu assimilieren. Auch wenn der Besuch jetzt offiziell einen anderen Anstrich hat: Weit vor den jüngsten Ereignissen war klar, dass Erdogan diese Plattform nur für seine eigenen Ziele benutzen würde. Das Wehklagen kommt deshalb viel zu spät: Eine Ausladung jetzt würde unweigerlich zu Unruhen führen. Es bleibt nur eines: Diesen Mann nicht mehr einzuladen.

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