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Südwest Presse: KOMMENTAR · SCHRÖDER

Ulm (ots) - Putins Party-Kanzler

Freunde darf sich jeder selbst aussuchen. Die Beurteilung ihrer moralischen und persönlichen Integrität unterliegt dabei immer einer subjektiven Beurteilung. Deshalb sollte jetzt niemand überrascht sein, dass Gerhard Schröder seinem Duz-Kumpel Wladimir Putin - den er einst als "lupenreinen Demokraten" bezeichnete - bei der Petersburger Energieparty um den Hals gefallen ist. In seiner politischen Vita zeichneten Schröder vor allem zwei Dinge aus: Freund ist, wer mir nutzt. Und was die anderen darüber denken, ist mir herzlich egal. Wer glaubte, der Privatmann Schröder habe plötzlich andere moralische Leitlinien für sich entdeckt, ist einfach nur naiv. Doch wer sich als Kanzler a.D. vom Steuerzahler - trotz üppiger Privateinkünfte - sieben Dienstwagen und sieben Mitarbeiter bezahlen lässt, ist eben nicht nur Privatmann. Er repräsentiert als "Herr Bundeskanzler", so die offizielle Ansprache, dieses Land. Ob Schröder in Putins Armen an seine Nachfolgerin gedacht hat, die mühsam versucht, Sanktionen gegen den russischen Brandstifter durchzusetzen? Oder an Parteifreund Frank-Walter Steinmeier, der um die Freilassung der vier deutschen Geiseln kämpft? Wer sein Grinsen auf den Petersburger Fotos sieht, mag daran nicht glauben. Eine Firmensause mit Russlands starkem Mann, ohne den Versuch zu unternehmen, sich für die deutschen Geisel einzusetzen, wäre einfach nur eine Schande. Solche Altkanzler braucht niemand.

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