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Südwest Presse: Kommentar zum Ethikunterricht

Ulm (ots) - Es ist ein Vorbote eines Kulturwandels, der die Stellung der Religionsgemeinschaften in unserer Gesellschaft hinterfragt. Kann angesichts der rückläufigen Kirchenbindung an der grundgesetzlich hervorgehobenen Stellung der Kirchen festgehalten werden? Ja, sagte gestern das Bundesverwaltungsgericht und erteilte einer Mutter, die in Baden-Württemberg verpflichtenden Ethikunterricht ab der Grundschule einforderte, eine Abfuhr. Das Urteil setzt noch keinen Schlusspunkt unter die Debatte. Das Bundesverfassungsgericht wird wohl entscheiden müssen. Doch die Landesregierung kann aufatmen. Neue Ausgaben im Bildungsbereich werden ihr zunächst nicht aufgezwungen. Die im Bildungsplan bereits angedachte Ausweitung des Ethikunterrichts kann Schritt für Schritt umgesetzt werden. Doch sind nicht Kinder die Leidtragenden, weil ihnen Ethikerziehung vorenthalten wird? Das ist nicht zwingend - auch wenn ein Werteunterricht für alle von der ersten Klasse an wünschenswert wäre. Der Religionsunterricht ist keine reine Glaubenslehre mehr. Über die Prägung dieser Gesellschaft wird dort ebenso gesprochen wie über spannende Fragen zum Sinn des Lebens und Sterbens. Warum sollte sich da ein konfessionsloser junger Mensch nicht einbringen können? Von unterschiedlichen Standpunkten profitieren alle. Das setzt aber Beweglichkeit voraus, auf allen Seiten, auch auf der der Eltern.

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