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Südwest Presse: KOMMENTAR · SANKTIONEN

Ulm (ots) - Vorsichtige Zeichen

Es ist vor allem ein Tag entschiedener Worte: "Klare Botschaften" will Außenminister Steinmeier an die Adresse Russlands schicken und US-Präsident Obama tut es ihm gleich: Das völkerrechtswidrige Referendum auf der Krim wollen weder der Westen noch die USA anerkennen. Die auf den Übergriff Russlands folgenden Taten sind weniger kräftig, auch wenn sie Sanktionen heißen. Einreiseverbote für eine kleine Gruppe von Personen und einige wenige Kontensperrungen sind alles, worauf sich EU und USA in einem ersten Schritt geeinigt haben. Eine ernsthafte Drohkulisse ist das nicht. Sie hätte im Augenblick auch wenig Sinn. Im Fall der Krim setzt der Westen vorsichtige Zeichen, eine Politikänderung in Russland erzwingen kann er nicht. Politik ist kein Kinderspiel, wo derjenige, der eine Sandburg zerstört, eine Zeitlang ausgeschlossen werden kann. Putin weiß das nur zu gut. Auch wenn er in Europa seinen Ruf als verlässlicher Partner ruinierte und deshalb im Westen jetzt auf Argwohn stößt, ignorieren kann man Putin nicht. Der Westen und Russland sind aufeinander angewiesen, und zwar nicht nur auf wirtschaftlichem Gebiet. Ohne Russland lässt sich in vielen Krisenregionen keine Lösung finden. Syrien zeigt augenblicklich am besten den langen Arm des Kreml. Diese politischen Kosten muss der Westen bei wirksamen Drohungen einbeziehen. Im Moment - oder anders gesagt: auf die Krim bezogen - sind sie zu hoch.

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