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Südwest Presse: Kommentar zum ADAC

Ulm (ots) - Es ist kaum ein Zeichen von Aufbruch, sondern ein Armutszeugnis, dass der ADAC nun in seiner schlimmsten Krise erstmals eine Frau in seine fünfköpfige Geschäftsführung holt - wohlgemerkt die erste Frau überhaupt, seit 111 Jahren. Es bleibt der Eindruck, dass der Lieblingsverein der Deutschen noch einen langen Marsch vor sich hat, um in der gesellschaftlichen Gegenwart anzukommen. Vom großen Aufbruch und radikalen Reformen redet Interims-Präsident August Markl zwar immer wieder. Doch wohin es mit der Organisation gehen soll, bleibt ungeklärt. Markl kann nichts dazu sagen, ob unter dem großen ADAC-Dach weiterhin munter vielfältigste Geschäfte gemacht, zugleich angeblich seriöse Tests durchgeführt und auch die Pannenhelfer im Einsatz bleiben werden. Die Deloitte-Unternehmensberater stießen auf viele strukturelle Schwachstellen und Verkrustungen, obwohl sie nur die Aufgabe hatten, den Fälschungsskandal um den "Gelben Engel" aufzuklären. Große deutsche Wirtschaftsunternehmen mühen sich seit Jahren um Transparenz und Korruptionsbekämpfung. Beim ADAC scheint man davon noch nichts gehört zu haben, vieles wirkt dort wie aus der Zeit gefallen. Statt hehrer Worte ohne Inhalt muss die bisher abgeschirmte Organisation nun konkret zeigen, wie Glasnost und Perestroika einziehen. Und zwar vor der für Mitte Mai anvisierten Hauptversammlung.

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