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Südwest Presse: Kommentar zum DOPING

Ulm (ots) - Evi Sachenbacher-Stehle in den Knast? Bundesjustizminister Heiko Maas macht sich stark für Gefängnisstrafen bei Dopingvergehen. Sachte, sachte. Doping ist nicht gleich Doping. Erinnert sei an den Fall Alain Baxter. Der schottische Skifahrer wurde bei den Spielen 2002 in Salt Lake City positiv getestet. Enthalten waren Stoffe in einem Nasenspray, die in den USA eine andere Zusammensetzung haben als bei ihm zu Hause in Schottland. Bronze aberkannt, der Ruf ruiniert. Oder Skirennfahrer Hans Knauß. Der Österreicher wurde wegen eines verunreinigten Nahrungsergänzungsmittels des Dopings überführt. Der Steirer jedoch hatte sich vorab eine Liste der Inhaltsstoffe vom Hersteller geben lassen. Den Gang durch die Rechtsinstanzen gewann Knauß. Die Karriere aber war beendet, das Ansehen als Sportler hinüber. Nun also Evi Sachenbacher-Stehle. Gleichgültig, wie sie aus der Sache rauskommt, der Ruf ist dahin. Eine 33-Jährige, vor zwei Jahren von den Langläufern zu den Biathleten übergelaufen und mitten im Abendrot ihrer Karriere - da munitionieren Kritiker sofort stark auf: Weil sie's nicht mehr drauf hatte, musste sie nachhelfen. Aber wenn es verunreinigte Energieriegel waren, deren Leistungsförderung nicht einmal erwiesen ist, dann ist das eine große Dummheit, deren Mutter Naivität heißt. Muss man dafür nach den Minister-Maßstäben in den Knast? So ist dem Leistungssport und dem Kampf gegen Doping nicht geholfen.

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