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Südwest Presse: Kommentar zum FRIEDRICH-RÜCKTRITT

Ulm (ots) - Bundeskanzlerin Angela Merkel gilt gelegentlich als zögerlich - gestern handelte sie ganz entgegen ihrer üblichen Haltung schnell und kompromisslos. Das Festhalten von Agrarminister Friedrich an seinem Amt war nur noch ein hilfloses Geplänkel, dem Druck der Kanzlerin und seines Parteichefs Horst Seehofer hatte der CSU-Mann nichts mehr entgegenzusetzen. Der Rücktritt war notwendig und macht klar, welches politische Erdbeben die Edathy-Affäre in Berlin ausgelöst hat. Der Rauswurf des glücklosen Friedrich beweist nicht nur, dass die Kanzlerin Illoyalität und politische Dummheit - zumal in einem solch heiklen Fall - verabscheut und abstraft. Er zeigt zugleich, dass Merkel um die Gefahr dieser Affäre weiß, die sich schnell zum Flächenbrand in der großen Koalition ausweiten könnte. Denn nach dem Friedrich-Abgang bleiben weiterhin Fragen nach der Rolle der SPD offen. Zwar haben sich weder Gabriel, Steinmeier oder Oppermann strafbar gemacht. Sollten sie aber Edathy über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft informiert haben, ist ihre Glaubwürdigkeit als Politiker mehr als erschüttert. Profitieren wird von dieser Affäre nur einer: Horst Seehofer weint dem ungeliebten Agrarminister keine Träne nach. Doch sollte die GroKo mit dem Rücktritt des CSU-Ministers vor größerem Schaden bewahrt bleiben, wird sich Seehofer diesen Dienst politisch doppelt und dreifach bezahlen lassen.

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