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Südwest Presse: Kommentar zur SCHWARZARBEIT

Ulm (ots) - Es ist jedes Jahr dieselbe Weissagung, die Tübinger Wirtschaftsforscher in der Glaskugel der Schattenwirtschaft lesen: Wenn Arbeit teurer wird, dann wächst automatisch auch die Schwarzarbeit, so die einfache Formel. War es vor ein paar Jahren noch die Mehrwertsteuer-Erhöhung, die das werktätige Volk in die Kriminalität der kleinen Leute getrieben haben soll, sind es nun die Pläne für einen gesetzlichen Mindestlohn, die Rente mit 63 und die kalte Progression, die Lohnsteigerungen auffrisst. Dabei verhält es sich mit der Schwarzarbeit wie mit der Steuerhinterziehung. Sie findet im Geheimen statt. Und werden die Sünder nicht zufällig bei einer "Stichprobe" ertappt - was selten vorkommt -, bleibt ihr Tun meist für immer verborgen. Prognosen sind also mit Vorsicht zu genießen. Der Trend ist jedenfalls seit Jahren positiv - weg von der Schwarzarbeit hin zu mehr regulären Jobs. Und das, obwohl ordentliche Tarifsteigerungen in vielen Branchen die Arbeit nicht gerade billiger gemacht haben. Dazu hat die gute Konjunktur genauso ihren Beitrag geleistet wie etwa der Bürokratieabbau bei der Anmeldung von Haushaltshilfen. Im Ansatz mögen die Forscher mit ihrer Warnung ja richtigliegen. Nur lassen sich politische Entscheidungen nicht anhand eines einzelnen Kriteriums - hier der Schattenwirtschaft - treffen. Mal abgesehen davon, dass ordentliche Löhne auch von Schwarzarbeit abhalten können. Die Argumentation hinkt.

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