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Südwest Presse: Kommentar zur RENTENREFORM

Ulm (ots) - Langfristige Sicherheit fürs Alter soll die gesetzliche Rentenversicherung Arbeitnehmern bieten. Dieses Grundprinzip wackelt schon, weil das Rentenniveau deutlich sinken wird. Jetzt bringt die große Koalition das Rentensystem weiter ins Wanken, indem es ihm neue soziale Wohltaten aufbürdet. Weil die Rücklagen kurzfristig üppig zu sein scheinen, machen Union und SPD ein großes Fass auf, das langfristig große Lasten beschert. Mühsam wurden in den Jahren zuvor Möglichkeiten zur Frühverrentung gestrichen und die Rente mit 67 eingeführt. Dafür gab es international viel Lob. Deutschland ziehe die richtigen Schlüsse aus der alternden Bevölkerung. Die abschlagsfreie Rente mit 63 für langjährig Versicherte dagegen ist eine gefährliche Rolle rückwärts. Denn an der demografischen Entwicklung hat sich nichts geändert. Die Wirtschaft hat zunehmend Probleme, Nachwuchs zu finden, also genau diejenigen, die mit ihren Beiträgen die neue Frühverrentung bezahlen sollen. Noch teurer ist die Mütterrente. Es mag ungerecht sein, dass es für Kinder, die ab 1992 geboren wurden, dreimal so viel Rente gibt wie für ältere. Leider hat die Rentenversicherung aber keinen Goldesel im Keller. Daher müssen auch dafür die Beitragszahler herhalten und damit letztlich die Kinder selbst. Gerecht ist das nicht, denn es wird nicht von oben nach unten umverteilt, sondern von jung nach alt. Noch akzeptieren das die Jungen klaglos. Doch da tickt eine Zeitbombe.

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