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Südwest Presse: Kommentar zur Pflege

Ulm (ots) - Man konnte es erahnen. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler nimmt sich nach der Gesundheitsreform die Pflege vor - und präsentiert den Versicherten die Rechnung. Über die Mehrbelastung kann im Moment zwar nur spekuliert werden, sicher ist jedoch: Setzt sich Rösler durch, werden die Versicherten zahlen. Pflege ist teuer. Und immer mehr Hochbetagte verursachen höhere Kosten, zumal Leistungen ausgeweitet werden müssen, zum Beispiel auf Demenzkranke. Die Pflegeversicherung sollte die mit der Hinfälligkeit verbundenen finanzielle Risiken auffangen. So wurde es bei der Einführung zugesagt. Doch das Versprechen trägt so wenig wie die jetzige Zusage Röslers, mit einer Zusatzversicherung sei die Finanzierung der Pflege bis 2030 gesichert. Rösler will die Beiträge dafür ausschließlich Arbeitnehmern aufbürden. Lastenverteilung war einmal, der Ausgleich zwischen Einkommensstarken und Einkommensschwachen ebenso. Man fragt sich schon, wie junge Familien das noch stemmen sollen: Zusatzbeiträge für die Gesundheit, Mehrkosten für die Pflege - und das bei oftmals reduzierten Einstiegsgehältern. Würde man sich dafür wenigstens Sicherheit kaufen, ließe sich darüber noch reden. Doch die Reform der Reform hält im politischen Betrieb erfahrungsgemäß nur eine Wahlperiode lang. Und dann wird es wieder teurer. Nur dass dann die Solidarität schon eingespart worden ist.

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