Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zur Lebensmittel-Kontrolle

Ulm (ots) - Gut eine halbe Million Betriebe kontrolliert und davon jeden vierten beanstandet. Und doch erfährt der Verbraucher und Kunde nichts von den hygienischen Mängeln. Er weiß nicht, dass er in zwei von fünf Gaststätten zusammengeklebte Fleischreste statt Hinterschinken verspeist, ob Fisch schon angegammelt ist. Abhilfe schafft eine einfache Maßnahme: Die Ergebnisse der Kontrollen dürfen nicht mehr in Behördenschubladen verschwinden. Es reicht auch nicht, sie auf einer Internetseite zu veröffentlichen. Sie müssen gut sichtbar in der Gaststube, an einer Wand der Imbissbude oder im Verkaufsraum aushängen. Das sind die Behörden und die verantwortlichen Verbraucherpolitiker zunächst einmal den Kunden, aber vor allem auch der großen Zahl korrekt arbeitender Betriebe schuldig. Diesem Begehr stimmen inzwischen alle zuständigen Minister in Bund und Ländern zu. Doch dann kommen die Wenn und Aber. Natürlich ist es besser, wenn die EU vorschreibt, dass Klebeschinken und Analog-Käse zu kennzeichnen sind. Doch das Bessere muss nicht der Feind des Guten sein. Deutsche Behörden können endlich vorschreiben, dass Kontrollberichte nicht wie Geheimpapiere behandelt werden. Es verstößt auch nicht gegen EU-Recht, wenn sie korrekte Angaben über Zutaten auf den Speisekarten der Gaststätten oder von Imbissständen verlangen. Der Herbst der Entscheidungen ist längst da.

Pressekontakt:

Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: