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Südwest Presse: Kommentar zu Chile

Ulm (ots) - Nach 69 bangen Tagen atmet die mitfiebernde Welt auf, freuen sich Millionen Menschen über die chilenischen Kumpel und ihren langen Weg zurück ins Leben. Fast ein Wunder. Und doch keines: Die gewaltige Rettungsaktion ist ein beeindruckender Beweis dafür, was Menschen zu leisten imstande sind. Allein technisch gesehen sind die perfekt platzierten Rettungsbohrungen und die Kapsel eine Meisterleistung. Viel wichtiger aber ist der Faktor Mensch, der Zusammenhalt aller - über und unter Tage. Es macht Mut zu erleben, wie 33 Männer in der Tiefe unglaublichen Stress ertrugen und doch einander beistanden. Es macht Mut zu erleben, wie Nationen technisch und logistisch zusammenarbeiteten, um diese Männer zu retten. Der oft kritisierte, in der Tat bizarre Medienrummel mit 2000 Reportern vor Ort wird dabei zur Nebensache. Und vielleicht wäre die Solidarität ohne die Medien auch nicht so groß geworden. Somit macht Chile Hoffnung für künftige Rettungsaktionen. Nur: Der Fall sollte uns bei aller Euphorie auch in Erinnerung rufen, dass die San José-Mine schon einmal wegen Sicherheitsmängeln geschlossen werden musste. Auf der ganzen Welt, vor allem in China und Russland, gibt es hunderte baufälliger Minen, in denen jährlich tausende, unter miserablen Bedingungen schuftende Kumpel ihr Leben lassen. Für sie gab und gibt es keine Wunder. Sie dürfen wir heute nicht vergessen.

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