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Südwest Presse: Kommentar zur UNO

Ulm (ots) - Aus Guido Westerwelle wird nicht gleich ein bedeutender Staatsmann, nur weil Deutschland in den nächsten beiden Jahren Mitglied im UN-Sicherheitsrat sein darf. Aber der FDP-Chef kann es - so gut wie die Bundeskanzlerin - durchaus als persönlichen Erfolg verbuchen, dass die Bewerbung der Bundesregierung um einen Sitz im exklusivsten Machtzirkel der Welt nach Wunsch verlief. Nicht auszudenken für den laut Umfragen unbeliebtesten Außenminister seit Jahrzehnten, wenn der Vorstoß gescheitert wäre. Mit der Wahl in den Sicherheitsrat ist vor allem ein Prestigegewinn verbunden. Deutschland leistet als drittgrößter Beitragszahler der UN und als verlässlicher Teilnehmer an weltweiten Friedensmissionen viel für die Völkerfamilie. Da ist es nur recht und billig, wenn die Bundesrepublik wenigstens zeitweise am Tisch der mächtigsten Nationen Platz nehmen darf. Der Einfluss, der aus dieser Rolle resultiert, ist gleichwohl überschaubar - das Sagen haben am Ende immer nur die fünf Vetomächte. Mit dem Mandat für Deutschland ist die Erwartung gerade der mittleren und kleinen Staaten verbunden, dass Berlin deren Interessen bei künftigen Entscheidungen stärker einbezieht, als es die Großmächte gewöhnlich für nötig halten. Bei entsprechender Bewährung winkt dann vielleicht sogar ein ständiger Sitz in einem nach grundlegenden UN-Reformen erweiterten Sicherheitsrat.

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