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Südwest Presse: Kommentar zu Stuttgart 21

Ulm (ots) - Die parlamentarischen Mehrheiten haben entschieden. Die Planfeststellungen sind erfolgt. Die Gerichte waren befasst. Die Ziele wurden dargelegt, die Effekte für Ökologie, Ökonomie und Zukunftsperspektiven abgeklopft. Und doch wächst bei den Gegnern des Großprojektes Stuttgart 21 die Empörung, als solle Atommüll am Hauptbahnhof vergraben werden. Was ist los im Musterländle, fragt sich die Republik. Kein Argument allein jedenfalls scheint den Grad der Aufwallung erklären zu können. Nicht die Erhaltung der historischen Bausubstanz noch die der alten Bäume. Nicht Schmutz und Lärm auf Jahre hinaus sind Grund allein für den Zorn der Gegner, noch vermeintlich verschwendete Steuermilliarden oder - wie jetzt aufgetaucht - angeblich fragwürdige Verkehrsaufträge. Motor der Bewegung sind auch nicht nur die Grünen, die das Projekt zum Plebiszit bei der Landtagswahl im Frühjahr hochstilisieren wollen, wie führende Sozialdemokraten nicht ganz zu Unrecht mutmaßen. Was die Gegner emotional so hoch- und zusammenbringt, ist vielmehr ein diffuses Misstrauen gegen die da oben. Es ist der Zorn, nicht ernstgenommen und als ideologische Traumtänzer abgestempelt zu werden. Das darf zwar kein Grund sein, das durch alle Instanzen gewunkene Jahrhundert-Projekt zu kippen. Es verlangt aber ehrliche Gesprächsbereitschaft und eine verlässliche Informationspolitik mit allen Fakten.

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