Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zu Sicherungsverwahrung

Ulm (ots) - Eine repräsentative Umfrage zeigt ein deutliches Ergebnis: 85 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, an der nachträglichen Sicherungsverwahrung hochgefährlicher Sexual- und Gewalttäter festzuhalten, neun Prozent sind dagegen. Die ersten Straftäter sind schon frei, bis zu 80 sollen es letztlich werden. Die Bevölkerung ist alarmiert. Sie reklamiert ihren Anspruch auf Schutz. Doch die Bundesregierung streitet immer noch darüber, mit welcher Methode potenzielle Opfer am besten vor tickenden Zeitbomben geschützt werden können. Soll es eine Rund-um-die-Uhr-Bewachung sein, wie sie zuletzt freigelassene Straftäter bereits "genießen" und wie sie jetzt für 13 Straftäter in Freiburg vorgesehen ist? Aufwand und Kosten sind gigantisch. Was ist mit der elektronischen Fußfessel? Da weiß man, wo der Täter ist, nicht jedoch, was er tut. In Kassel half die ganze polizeiliche Überwachung nichts: Ein Straftäter vergewaltigte erneut eine Frau. Sinn macht deshalb nur die von Bundesinnenminister de Maizière vorgeschlagene geschlossene Sicherungsunterbringung. Diese, ergänzt mit Betreuungs- und Therapiemaßnahmen, bietet den besten Schutz für potenzielle Opfer - und dies ist auch eine Hilfe für die Straftäter selbst. Sind Straftäter therapiewillig und zeigt sich auch ein Therapieerfolg, so ist eine regelmäßig zu prüfende Sicherungsunterbringung keine Verlängerung der Haftstrafe ins Unendliche.

Pressekontakt:

Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: