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Südwest Presse: Kommentar zum Thema Arm und Reich

Ulm (ots) - Arme werden immer ärmer, Reiche werden immer reicher. Auf diese platte Formel bringt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) die Ergebnisse seiner Studie über die Einkommensverteilung in Deutschland. Damit bedient es eine weit verbreitete Meinung: Die Einkommenskluft in Deutschland wird immer größer. Wer sich die Untersuchung der Berliner Forscher etwas näher ansieht, wird den Verdacht nicht los, dass da etwas zu viel Ideologie im Spiel ist. Das beginnt mit der Wahl der Jahre, die verglichen werden. 2000 herrschte Hochkonjunktur, 2009 dagegen tiefste Rezession. Kein Wunder, dass in dieser Zeit die Zahl der armen Haushalte zugenommen hat. Dagegen zeigt der Vergleich von 2009 mit 1993: Der Anteil der armen und reichen Haushalte hat sich in dieser Zeit gar nicht verändert. Erstaunlich ist auch, wer als "reich" gilt: ein Haushalt mit mehr als 1844 Euro im Monat im Jahr 2005. Bei solchen Zahlen kommen doch Zweifel an der Seriosität dieser Untersuchung auf. Noch kritischer sieht es bei den Schlussfolgerungen aus. Steigt der Anteil der Armen, so gibt es mindestens zwei mögliche Reaktionen: Entweder der Staat verteilt noch mehr um; oder er bemüht sich, für Ärmere mehr Aufstiegschancen und damit bessere Verdienstmöglichkeiten zu schaffen. Beispielsweise indem er für weniger Schulabbrecher und bessere Bildung sorgt. Das ist der mühsamere, aber deutlich nachhaltigere Weg.

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