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Südwest Presse: Kommentar zum Bundespräsidenten

Ulm (ots) - Angela Merkel wollte mit Ursula von der Leyen das Vakuum im Schloss Bellevue möglichst rasch und störungsfrei füllen. Die Sozialministerin wäre eine populäre Nachfolgerin des bis zu seinem unrühmlichen Abgang durchaus beliebten Horst Köhler gewesen. Dazu eine Berufspolitikerin und strikt loyal gegenüber der CDU-Vorsitzenden. Doch die eigene Partei machte der Bundeskanzlerin einen Strich durch diese Rechnung. Anders als 2004, als Merkel ihren Wunschkandidaten Köhler gegen eher zaghaften Widerstand durchsetzte, stellten sich einige Ministerpräsidenten der Union quer. Eine weibliche Doppelspitze in den beiden wichtigsten Ämtern der Republik, obendrein zwei Frauen, deren Reformeifer in der Gesellschaftspolitik den Traditionalisten in CDU und CSU nicht geheuer ist - das ging den mächtigen Männern offenbar zu weit. Jetzt sind sie beide beschädigt, die Kanzlerin und ihre Vorzeige-Ministerin. Christian Wulff, der es nun werden soll, ist als Chef der schwarz-gelben Landesregierung in Niedersachsen zwar kompatibel mit der Berliner Koalition. Dennoch grummelt es dort, denn die Kandidatensuche war nicht dazu angetan, Merkels Führungsposition zu stärken und stabilisierend auf das bürgerliche Bündnis insgesamt zu wirken. Ein Friedensangebot an SPD und Grüne ist Wulff schon gar nicht, eher das Signal, dass Union und FDP die Reihen schließen müssen, um sich gegen Auflösungstendenzen zu wappnen.

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