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Südwest Presse: Kommentar: Guttenberg

Ulm (ots) - Offensiver als andere Kabinettsmitglieder kommt der Verteidigungsminister der Aufforderung nach, den eigenen Haushalt zu durchforsten und Sparvorschläge zu machen, ehe Wolfgang Schäuble unter dem Diktat der grundgesetzlichen Schuldenbremse den Rotstift ansetzt. Karl-Theodor zu Guttenberg ist eben preußisch erzogen und weiß daher, dass vorauseilender Gehorsam zuweilen sinnvoll sein kann und keineswegs zwingend den Beweis einer kritiklosen Unterwerfung darstellt. Nun hört sich immer gut an, wenn Politiker vollmundig versprechen, mit dem Geld der Steuerzahler verantwortlich umzugehen und auch vor schmerzhaften Einschnitten nicht zurückzuschrecken. Gerade zu einem Verteidigungsminister mag es obendrein passen, Blut, Schweiß und Tränen anzukündigen. Aber der Härtetest steht dem schneidigen Jungstar von der CSU erst noch bevor. Wir sind also gespannt, wie sich der Herr Baron schlägt, sobald die ersten Bürgermeister und Lobbyisten auf die Straße gehen, wenn womöglich auch bayerische Kasernen zu schließen sind oder Arbeitsplätze in der weiß-blauen Rüstungsindustrie in Gefahr geraten. Der rhetorischen Vorwärtsverteidigung Guttenbergs darf nicht eine kleinlaute Kapitulation folgen, sobald sich der Widerstand gegen unabweisbare Etatkürzungen formiert. Ja, es wird vielen weh tun, was in den nächsten Wochen von der Regierung notgedrungen beschlossen werden muss. Nicht nur an den Standorten der Bundeswehr. Dann wird sich zeigen, wie viel Rückgrat der Verteidigungsminister wirklich hat. Und mit ihm die ganze Koalition.

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