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Südwest Presse: Kommentar: Köhler

Ulm (ots) - Die Fragen und Erklärungen, die der Bundespräsident derzeit im Zusammenhang mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr von sich gibt, sind bei wohlwollender Auslegung nur irritierend, bei genauem Hinsehen aber eine Belastung für die deutsche Außenpolitik. Geradezu tragisch ist, dass ausgerechnet Köhler, der sich vehement dafür einsetzt, dem Engagement der deutschen Soldaten auch in der Heimat mehr Anerkennung zu verschaffen, ihren Einsatz ins Zwielicht rückt. Hoffen wir also, Köhler hat sich nur missverständlich ausgedrückt. Denn sollte er seine Aussagen ernst meinen, wird es ernst. Richtig ernst sogar. Köhlers Behauptung, deutsche Soldaten kämpften - zumindest auch - für die Freiheit des Welthandels und damit für deutsche Arbeitsplätze, ist eine Steilvorlage für das gesamte linke Lager, das schon immer die These vertrat, der Westen exportiere mit militärischen Mitteln die kapitalistische Wirtschaftsform. Dass die Linke im Bundestag nun erneut über den Afghanistan-Einsatz abstimmen lassen will, mag als kalkulierte Provokation durchgehen, als Provokation freilich, die jenen Parteien, die den Einsatz abgesegnet haben, abverlangt, Parlament und Bevölkerung reinen Wein einzuschenken und zu sagen, wofür am Hindukusch gekämpft und gestorben wird. Sollten Köhlers Anmerkungen diese Debatte voranbringen, wäre er am Ende sogar ein guter Kriegspräsident.

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