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Südwest Presse: Kommentar: Koch

Ulm (ots) - Roland Koch hat viele Rollen gespielt. Den respektierten Landesvater in Hessen. Den gnadenlosen Polarisierer im Parteienkampf. Den Mitverwalter schwarzer CDU-Kassen. Den unbequemen Kronprinzen der Bundeskanzlerin. Und jetzt den souveränen Aussteiger aus der Politik. Da geht einer, der Mumm hat und seinen eigenen Kopf - und der klug genug ist aufzuhören, bevor ihn andere dazu drängen. Ganz freiwillig allerdings kommt Kochs Rückzug nicht. Spätestens nach der Wahlniederlage 2008 waren seine Tage als Regierungschef in Wiesbaden gezählt. Bloß der Umstand, dass die SPD-Frontfrau Andrea Ypsilanti in die rot-rote Falle tappte, rettete den CDU-Regenten vor dem Untergang. Doch das Mandat, das ihm die Hessen vor gut einem Jahr noch einmal gaben, trug erkennbar ein Verfallsdatum. Damit hatten sich faktisch auch alle Kanzler-Träume erledigt. Koch hätte wohl das Zeug dazu gehabt - zugetraut hat er sich den Job sowieso. Aber dann hätte er eine unbeschadete Bilanz als Ministerpräsident gebraucht. So aber war er für Angela Merkel keine Gefahr mehr. Das hat Koch eingesehen und seine persönlichen Konsequenzen gezogen. Die Bundeskanzlerin wird an der Spitze der CDU nun noch unangefochtener - und einsamer. Gegner oder Kritiker von Gewicht hat sie derzeit kaum zu fürchten. Ein wirklich beruhigender Befund ist das nicht. Weder für die Vorsitzende noch ihre Partei.

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