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Südwest Presse: Kommentar zu Google

Ulm (ots) - Google braucht dringend Nachhilfe im Datenschutz. Der Internetkrake muss notfalls mit gesetzlicher Unterstützung lernen, wo der Aktionsradius seiner Tentakel endet. Eine freiwillige Selbstverpflichtung wäre zwar eleganter, weil unbürokratischer. Doch reicht dazu das Vertrauen in Google? Nein. Nachdem sich das US-Unternehmen erst im April während seiner Kamerastreifzüge durch die Straßen mit dem Scannen drahtloser Internetzugänge Ärger eingehandelt hatte, legt es jetzt eine Schippe drauf. Beim Scannen wurden auch Inhalte aufgerufener Internetseiten gespeichert und Teile von E-Mails. Wie viele Daten erfasst wurden, weiß angeblich auch bei Google niemand. Der Vorgang fußte eigenen Angaben zufolge auf dem Einsatz einer ungeprüften Software, war also ein Versehen. Das ist der eigentliche Skandal an der Geschichte. Wenn der weltgrößte Internetdienstleister sich solch einen Lapsus erlaubt, ist das äußerst bedenklich. Entweder weiß das Management nicht, was seine Mitarbeiter tun. Oder aber, es hat versäumt, diese für das Thema Datenschutz zu sensibilisieren. Mit einer Entschuldigung darf es in diesem Fall nicht getan sein. Da der Gesetzgeber meist Zeit braucht, um zu reagieren, sind die Bürger gefragt: Nicht jeder Klick im Netz muss über Google führen, und wer sein Haus nicht filmen lassen will, muss aktiv werden und es Google sagen. Trägheit ist die falsche Antwort auf den gierigen Kraken.

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