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Südwest Presse: Kommentar zu Griechenland

Ulm (ots) - Gut so, dass die Finanzwirtschaft auch in die Puschen kommt. Lange genug hat es gedauert, bis es den Bankern dieser Republik dämmerte, dass die Schuldenkrise Griechenlands und vor allem die sich daraus ergebende Bedrohung der Eurozone allein mit einer Notoperation von Euro-Finanzminister und IWF nicht zu beheben ist. Für die Rettung von Euroland ist der Schulterschluss von Politik und inanzwirtschaft unumgänglich. Es reicht allerdings nicht, dass sich die Kreditwirtschaft mit einigen hundert Millionen Euro an der Hilfe für die von der Schuldenmacherei gebeutelten Griechen beteiligt. Damit das Signal des Alten Kontinents an den Rest der Welt Überzeugungskraft entfalten kann - auch was den Umgang mit weiteren Wackel-Kandidaten betrifft - , ist schon ein Anteil gefragt, der ein Drittel des Volumens der staatlichen Rettungskredite ausmacht. Doch auch dann sollte niemand glauben, die Sache sei gelaufen. Das dicke Ende kommt erst noch. Das Sparprogramm, zu dem Griechenland - notgedrungen - verdonnert werden musste, sucht seinesgleichen. Es wird für eine drastische Verringerung der Binnennachfrage in Griechenland sorgen. Dies wird das Land tiefer in die Rezession treiben und die Schulden erst recht in die Höhe. Einen Ausweg aus dem Teufelskreis der Verschuldung wird es kaum geben ohne einen Verzicht auf Forderungen. Die Rettungsaktion vom Sonntag hat Zeit dafür verschafft.

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