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Südwest Presse: Kommentar zu Griechenland-Krise

Ulm (ots) - Kein Zweifel: Der Preis ist hoch, den Griechenland für seine Schuldenmacherei zu berappen hat. Die von den Ländern der Eurozone und dem Internationalen Währungsfonds durchgesetzte radikale Haushaltssanierung ist indes ohne jede Alternative - für Griechenland wie für den Rest von Euroland. Schließlich droht eine Staatspleite in Athen die europäische Gemeinschaftswährung mit in den Strudel zu ziehen. Allein schon deshalb ist es allerhöchste Zeit, dass endlich ein Haken hinter den Rettungsplan kommt. Dabei ist noch keineswegs ausgemacht, dass damit die Eurozone insgesamt aus dem Schneider ist. Es muss sich erst noch zeigen, ob die gestrige Notoperation für Ruhe an den Rentenmärkten sorgt. Oder, ob sich die Finanzspekulanten nun den nächsten unsicheren Kantonisten herauspicken. Vor diesem Hintergrund fällt die Bereitschaft von Banken und Finanzwirtschaft zur Beteiligung an der Rettungsaktion für Griechenland viel zu bescheiden aus. Im Interesse des Euro ist statt dessen ein glasklares Signal für einen nachhaltigen Schulterschluss zwischen Politik und Kreditwirtschaft fällig. Kropf überflüssig sind die Einlassungen von Kanzlerin Angela Merkel, hartnäckige Schuldenmacherei sei mit einem zeitweiligen Verlust von Stimmrechten zu bestrafen. Weil es so weit nie wieder kommen darf, muss statt dessen eurolandweit eine Schuldenbremse her, wie sie im Grundgesetz steht.

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