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Südwest Presse: Kommentar zu Köhler

Ulm (ots) - Wenn der Bundespräsident über die Verursacher der globalen Bankenkrise redet, legt er jede vornehme Zurückhaltung ab. Die entfesselten Märkte, auf denen sich hemmungslose Finanzjongleure auf Kosten der Allgemeinheit bereicherten, beschimpfte Horst Köhler unverblümt als "Monster", und jetzt will er nicht zulassen, dass auch die Spätfolgen der Spekulationsexzesse wieder nur die Steuerzahler tragen müssen. Der Präsident spricht in diesem Fall gewiss für jene große Mehrheit der Bevölkerung, die ihn in Umfragen regelmäßig ihre Sympathie versichert. Doch hat sich Köhler durch manche Ungeschicklichkeit bis in die jüngste Zeit den Ruf eines Staatsoberhaupts erworben, auf dessen Wort die herrschende politische Klasse nicht unbedingt hört. Tatsächlich fasst gerade die Bundeskanzlerin mögliche Sanktionen gegen Banken oder Regulierungen für den Finanzsektor nur mit äußerst spitzen Fingern an. Angela Merkel versteckt sich da gern hinter anderen Europäern oder US-Präsident Barack Obama, der mit seinen Plänen am geballten Widerstand von politischen Gegnern und Lobbyisten zu scheitern droht. Diesen Kampf nimmt die CDU-Chefin gar nicht erst auf. Daher wird der aktuelle Appell des Bundespräsidenten bei ihr auch wieder nicht auf offene Ohren treffen, sondern wie gewöhnlich abgehakt als folgenlose Privatmeinung eines einzelnen Herrn aus Schloss Bellevue.

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