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Südwest Presse: Kommentar zum Thema Griechenland

Ulm (ots) - Angela Merkel hat ein Ränkespiel um die Griechenland-Hilfe aufgeführt. Zuerst gab sie die hartleibige "Madame No", die sich allen Notrufen verweigerte. Dann ließ sie sich beim EU-Gipfel herab, den klammen Helenen doch unter die Arme zu greifen - zu Bedingungen, die vorwiegend sie selbst diktiert hatte. Nun, da die Griechen das Geld aus Brüssel tatsächlich einfordern, so zu tun, als sei noch nichts entschieden, ist an Volksverdummung grenzende Heuchelei. Die Kanzlerin hatte offenbar kalkuliert, das heikle Thema würde nach der grundsätzlichen EU-Zusage bis zur NRW-Wahl am 9. Mai wieder aus dem Fokus geraten. Doch sie hat sich schwer verrechnet. Volkes Stimme, nicht zuletzt die Basis von Merkels CDU und den anderen Regierungsparteien, lehnt die für den deutschen Steuerzahler teure Finanzspritze für den vom Staatsbankrott bedrohten EU-Partner rundheraus ab. Mit guten Gründen, denn da werden Schleusen geöffnet auch für andere überschuldete Mitgliedsländer. Doch wenn sich die Griechen nicht ganz dumm anstellen, fließt das Geld der europäischen Steuerzahler bald. Dann hat die Bundeskanzlerin ein Problem an der Heimatfront. Es wird umso gravierender, je schlechter CDU und FDP abschneiden bei der Wahl an Rhein und Ruhr. Für die mit den Unions-Verträgen kaum zu vereinbarende Nothilfe hat deshalb nicht nur die EU, sondern auch Angela Merkel einen hohen Preis zu zahlen.

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