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Südwest Presse: Kommentar zu Bischof Mixa

Ulm (ots) - Wie leuchtet doch das Beispiel der zurückgetretenen EKD-Vorsitzenden Margot Käßmann. Die evangelische Kirchenfrau hat mit ihrer Alkoholfahrt einen Fehler gemacht, sie stand dazu und zog die Konsequenzen. Ganz anders ihr katholischer Bischofskollege Walter Mixa. Er hat nicht nur Geld einer Waisenhausstiftung zweckentfremdet. Das hat er, weil Schriftliches vorlag, auch nie ausgeschlossen. Mixa hat auch geschlagen. Mehrere ehemalige Heimkinder bezeugten dies mit detaillierten eidesstattlichen Erklärungen. Doch anstatt Schläge einzuräumen, gegebenenfalls auf Erziehungsmethoden der schwarzen Pädagogik zu verweisen, schoss der Kirchenmann aus vollen Rohren zurück. Von juristischen Schritten war die Rede, von Verleumdungen eines unbequemen Bischofs, von einem "reinen Herzen", das nur eine Schlussfolgerung nahelegen sollte: Mixa spricht die Wahrheit, Lügen verbreiten andere, die ehemaligen Betroffenen. Es war ein Versuch, mit bischöflicher Autorität die Opfer von damals in Schach zu halten. Das Kartenhaus aus Lügen ist zusammengebrochen. Bevor der Sonderberichterstatter Mixa weitere Vorwürfe unterbreiten konnte, trat der Bischof den Rückzug an. Es ist kein Einlenken aus Einsicht. Es ist eine Kapitulation, weil Fakten erdrückend geworden sind. Der Kirchenmann hat sich mit seiner Sturheit nicht nur als Gesprächspartner diskreditiert. Er ist auch als Bischof untragbar geworden. "Mit welcher Autorität könnte ich künftig noch sprechen", leitete Margot Käßmann ihren Rücktritt an. Man wünschte sich, der weit belastetere Bischof Mixa würde soviel Einsicht besitzen und zurücktreten. Nötig wäre das.

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