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Südwest Presse: Kommentar zu Polen

Ulm (ots) - Polen trägt tiefe Trauer. Der Flugzeugabsturz von Smolensk ist eine Tragödie - ein Drama, wie es die heutige Welt selten erlebt hat. 70 Jahre nach dem Massaker an Tausenden polnischen Offizieren und Vertretern der bürgerlichen Elite auf Befehl Stalins in Katyn hat das leidgeprüfte Polen einen weiteren Tiefpunkt in seiner Geschichte erreicht. Wieder sterben einige der Besten des Landes. Sie waren unterwegs zu einer Gedenkfeier - ausgerechnet nach Katyn. Es ist an Symbolkraft fast nicht mehr zu überbieten, dass der polnische Präsident Lech Kaczynski bei dem Unglück ums Leben gekommen ist. Denn wie kaum ein anderer hat er den Geist der zweiten polnischen Republik zwischen den Weltkriegen beschworen - jenes Staates also, dessen Elite 1940 ermordet worden war. Kaczynski war gewiss kein unumstrittener Politiker. In Europa und im eigenen Land ist er oft wegen seiner nationalen Töne kritisiert worden. Doch im Moment des Schocks ist Polen vereint. Selbst scharfe Kritiker wie sein einstiger Weggefährte Adam Michnick nennen ihn einen patriotischen und aufrechten Polen. Obgleich ein großer Teil der Führung des Landes starb, geben die bisherigen Reaktionen Anlass zur Hoffnung, dass Polens junge Demokratie den Neuaufbau bewältigen wird. Auch die Beziehungen zu Russland könnten sich normalisieren. Dafür muss Moskau die beiden Tragödien als Aufbruch in ein neues Verhältnis zu Polen nutzen. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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