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Südwest Presse: Kommentar zum Ärztemangel

    Ulm (ots) - Attraktiv ist das Medizinstudium nach wie vor. Der Grund: Es gibt kaum einen Beruf, der so befriedigend sein kann und rund um den Globus so gefragt ist. In Deutschland kommen auf jeden Studienplatz rund fünf Bewerber. Und nur jeder Fünfte bricht vor dem Examen ab. An deutschen Hochschulen mehr Mediziner auszubilden, dürfte also kein Problem sein. Allerdings müssten Bund und Länder viel Geld bereitstellen. Jedes Studium kostet 180 000 Euro. Es ist auch sinnvoll, den Zugang zum Studium noch weniger an den Abiturnoten zu orientieren. Wenn Gesundheitsminister Philipp Rösler aber den rasch wachsenden Ärztemangel bekämpfen will, muss er sich fragen, warum vier von zehn Medizinabsolventen die mit sehr viel Mühen erworbene Zulassung zu ihrem Beruf ausschlagen. Antworten gibt es längst. Junge Ärzte schreckt vor allem ab, dass ihnen in Kliniken und Praxen immer weniger Zeit für ihre eigentliche Tätigkeit, für das Kümmern um die Patienten bleibt. Sie erfahren schnell, dass die Bürokratie ihren Elan auffrisst. Sie lernen, dass nicht die Suche nach Ursachen einer Erkrankung im Zentrum ihrer Arbeit steht, sondern undurchschaubare Regelungen, hinter denen Geldbeträge stecken. Der Arztberuf muss von solchen Restriktionen befreit werden. Dann gewinnt er Attraktivität zurück. Ob dies die Gesellschaft mehr Geld kostet als Kontrollinstanzen zu verhalten, ist ein Versuch wert. Röslers Pläne greifen viel zu kurz.

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