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Südwest Presse: Kommentar zum Thema Wehrbeauftragter

Ulm (ots) - Mehr Einsätze, mehr Gefahr, weniger Sanitätspersonal und Ärzte - nicht zuletzt zur Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen, die zunehmen, seit das Engagement der Bundeswehr mehr und mehr kriegerischen Charakter angenommen hat: Die Problematik, die der Wehrbeauftragte des Bundestages benennt, ist dabei nur eines der vielen Defizite, die sein Jahresbericht aufzählt. Das ist bedenklich. Denn wer fern der Heimat für deren außenpolitische Handlungsfähigkeit den Kopf hinhält, hat das Recht, Unterstützung zu erhalten, wenn er derangiert zurückkehrt. Bundespräsident Horst Köhler moniert das "freundliche Desinteresse" der Bevölkerung an den Befindlichkeiten der Soldaten. Doch es gibt, das legt der Bericht nahe, auch ein Desinteresse des Staates an der Truppe. Deutschland hat den gedanklichen Schritt vom Verteidigungsauftrag des Kalten Krieges zur Armee im Einsatz nach wie vor nicht vollzogen. Das ist nach Jahrzehnten einer - zurecht - antimilitaristischen Erziehung nicht anders zu erwarten. Doch anstatt die Kritik an einer verstärkt militärisch geprägten Außenpolitik als Zumutung für die Soldaten zu diffamieren, sollten die Verantwortlichen bedenken: Es fehlt an einem klaren politischen Konzept, wann wo - und vor allem - wofür gekämpft werden soll. Auf den Rückhalt, das zu wissen, haben die Soldaten mindestens ebenso Anspruch wie auf ordentliche Ausrüstung. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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