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Südwest Presse: Kommentar zum Thema Arbeitslose

Ulm (ots) - Da hat sich die FDP wohl zu früh gefreut. Der Vorstoß der nordrhein-westfälischen SPD-Chefin Hannelore Kraft für einen gemeinnützigen Einsatz von Langzeitarbeitslosen taugt nicht als Kopie der umstrittenen Hartz-IV-Äußerungen von FDP-Chef Guido Westerwelle, wie es die Liberalen glauben machen wollen. Kraft hat vielmehr ein Thema angesprochen, das Arbeitsmarktexperten seit langem auf den Nägeln brennt: Der Umgang mit Arbeitslosen, die so gut wie keine Chance haben, jemals in den ersten Arbeitsmarkt integriert zu werden - und deren Existenz sich nicht bestreiten lässt. Kraft geht es nicht darum, Langzeitarbeitslose aus einem vermeintlich "spätrömisch-dekadenten" Sofa-Alltag herauszureißen und sie mit Schneeschippen zu bestrafen, sondern Betroffenen eine Perspektive aufzuzeigen und ihnen über begrenzte Ein-Euro-Jobs hinaus Teilhabe zu ermöglichen. In den Grundzügen ist dies überhaupt nicht neu: Seit Jahren wird in der Arbeitsmarktverwaltung, in Verbänden und auch in Parteien über Möglichkeiten diskutiert, für besonders benachteiligte Langzeitarbeitslose den "sozialen Arbeitsmarkt" auszubauen. Warum Kraft aber ausgerechnet jetzt eine Debatte dazu entfacht, obwohl Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ihr mit der Sponsoring-Affäre eine Steilvorlage für den Wahlkampf lieferte, ist ein Rätsel. Statt sich darauf genüsslich auszuruhen, hat sie sich nun selbst ins Kreuzfeuer der Kritik manövriert. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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