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Südwest Presse: Kommentar zur Atomkraft

    Ulm (ots) - Ein Überzeugungstäter ist Norbert Röttgen nicht. Eher ein Pragmatiker. Seit er das Amt des Umweltministers begleitet, ist zu erkennen, wie er mit Atomkraft umgeht: völlig unideologisch. Er hält sich lieber an Fakten als an Wünsche, die auf wirtschaftlichen Interessen beruhen. Die älteren deutschen Atomkraftwerke entsprechen nicht mehr dem gesetzlich vorgeschriebenen Stand der Technik. Sie sind für eine Laufzeit von 30 bis 40 Jahren konzipiert. Wer sie länger betreiben will, geht ein wesentlich höheres Risiko ein, dass etwas Gravierendes passiert. Das kann nicht im Interesse dieses Landes und seiner Bürger sein. Warum sträuben sich nun Röttgens Parteifreunde, den Atomausstieg voranzutreiben? Ihre Angst um die Stromversorgung ist unbegründet. Unlängst standen fünf, sechs Atomanlagen still - und die Lichter leuchteten. Worum geht es dann? Viele Befürworter der Kernspaltung sagen, Deutschland dürfe den Anschluss in dieser Technologie nicht verlieren. Doch dann können sie nicht an veralteter Technik festhalten, sondern den Bau neuer Kraftwerke vorantreiben. Sie wissen aber: Die lassen sich nur bauen, wenn der Staat kräftig subventioniert. Doch ist dies seine Aufgabe? Bund und Länder müssen die Energieversorgung sicherstellen. Dafür gibt es Techniken, die weit weniger Probleme bereiten. Bis 2030 können sie genug Energie liefern, wenn die Bürger dazu Strom sparen. Dabei gewinnen alle Beteiligten.

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