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Südwest Presse: Kommentar zum Thema Zinsen

Ulm (ots) - Zuerst reagierten die Börsen nervös, dann beruhigten sie sich wieder. Schwerwiegendes ist auch nicht geschehen, aber Signalhaftes: Erstmals seit Beginn der Finanzkrise dreht die US-Notenbank die Zinsen nicht mehr runter, sondern rauf. Das ist zunächst ein gutes Zeichen: Die Situation der amerikanischen Banken hat sich entspannt, eine Rückkehr zu normalen Zuständen ist damit erst denkbar geworden. Weil der Diskontsatz im Gegensatz zum Leitzins aber aktuell kaum Bedeutung hat, ist das Ende des billigen Geldes noch nicht gekommen - in den USA ebenso wenig wie in Euroland. US-Notenbank-Chef Ben Bernanke wollte nur behutsam die Reaktion der Märkte testen. Die labile Lage von US-und Weltwirtschaft verträgt noch keine abrupten und riskanten Richtungsänderungen. Auf mittlere Sicht werden natürlich die Zinszügel angezogen. Denn Billionen billigen Geldes, mit denen der Zusammenbruch der Wirtschaft verhindert worden ist, können schnell ihre hässliche Nebenwirkung entfalten: Inflation. Die Kunst geldpolitischer Steuerung ist es, den Spagat zwischen konjunktureller Belebung und Geldentwertung gut hinzubekommen. Die USA wird im Zweifelsfall immer noch mehr das Wirtschaftswachstum im Blick haben. Die Zeit niedriger Zinsen ist erst vorbei, wenn die Wirtschaft wieder auf sicheren Beinen steht. Dann aber beginnt schon die nächste Krisenvorbeugung. Dies ist das Signal, das Bernanke senden will. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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