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Südwest Presse: Kommentar zum Tarifabschluss

Ulm (ots) - Not macht nicht nur erfinderisch, sie schweißt auch zusammen. Der neue Tarifvertrag in Deutschlands Schlüsselindustrie belegt die alte Volksweisheit in eindrucksvoller Weise. Was Arbeitgeber und IG Metall hier abgeliefert haben, ist aller Ehren wert und zeigt, wie zeitgemäße Tarifpolitik aussehen kann. Gegen alle Gepflogenheiten und auch gegen Bedenken im eigenen Lager hat IG Metall-Chef Berthold Huber auf das bekannte Gefeilsche um Lohnprozente verzichtet und darauf gesetzt, worauf allein es jetzt ankommt: auf den Erhalt von Arbeitsplätzen. Keinem vernünftigen Menschen wäre zu vermitteln gewesen, wie Unternehmen zur Last eines beispiellosen Absatzeinbruches auch noch zusätzliche Lohnkosten hätten schultern sollen. Die Produktionskosten sind ohnehin längst an einer kritischen Grenze angelangt. Die Arbeitgeber sind dafür zu loben, dass sie dennoch ihre Mitarbeiter halten wollen, so lange es nur irgendwie geht. Die Beschäftigungssicherung, zu der sie sich verpflichten, ist das richtige Signal in einer schwierigen Situation. Die Einmalzahlung ist nicht nichts, faktisch aber bedeutet das erste Jahr eine Nullrunde, danach erst gibt es 2,7 Prozent mehr Geld. Ein Dritter wird benötigt: Der Steuerzahler wird die Sozialbeiträge der Kurzarbeit wohl weiter mittragen. Eine Kostenverlagerung diesen Ausmaßes auf den Staat ist ohne Beispiel. Doch in der Not gelten andere Maßstäbe. Die Metallindustrie hat sie gestern gesetzt. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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