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Südwest Presse: Kommentar zur Bundeswehr

Ulm (ots) - Saufen bis zum Erbrechen und andere widerliche Aufnahmerituale, die nur einem Zweck dienen: Den Kandidaten zu demütigen, bevor er als vollwertiger Soldat anerkannt wird. Wäre das, was in einer Gebirgsjägereinheit in Mittenwald ablief, ein Einzelfall, wäre das schlimm genug. Allein, Skandale dieser Art kommen immer öfter ans Licht. Sie sprechen dem Ziel des Staatsbürgers in Uniform Hohn und zeichnen das abstoßende Bild einer brutalisierten Subkultur, in der nur als Mann zählt, wer bereit ist, freiwillig zu leiden. Ausflüchte wie die Erklärung, die fraglichen Vorfälle hätten sich außerhalb der Dienstzeit ereignet und zudem nicht in Uniform stattgefunden, zeigen, dass es innerhalb der Truppe an Sensibilität dafür mangelt, was Menschen in abgeschotteten Gruppen Menschen antun, sobald sie die Gelegenheit bekommen, Macht über sie auszuüben - und sei es nur im Wege des Gruppendrucks. Soldaten sind, das liegt in der Natur ihres Berufes, besonderen Gefahren ausgesetzt und neigen deshalb dazu, sich als verschworene Gemeinschaft zu begreifen. Es ist an der Zeit, mit Korpsgeist und falsch verstandenem Ehrgefühl aufzuräumen. Im Interesse aller Soldaten, die künftig solchen Misshandlungen ausgesetzt sein könnten. Und im Interesse des Ansehens der Bundeswehr, die vor dem Hintergrund ihrer zahlreicher werdenden Kriegseinsätze im Ausland offenbar auch in der heimatlichen Kaserne zu verrohen droht. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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