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Südwest Presse: Kommentar zum Todesfall Oury Jalloh

Ulm (ots) - Nun müssen die Richter in Magdeburg im Fall des 2005 verbrannten Asylbewerbers Oury Jalloh noch einmal ran. Das ist gut so. Nicht, um die angeklagten Polizisten zwingend ins Gefängnis zu schicken, sondern um klarzumachen, worum es vor Gericht auch geht: Ein Verfahren so zu beenden, dass am Ende nicht der Verdacht haften bleibt, etwas sei nicht mit rechten Dingen zugegangen. Strafverfahren fördern nicht in jedem Fall die Wahrheit zu Tage. Sie sind ein Versuch, sich ihr, was man auch immer darunter verstehen mag, so weit wie möglich anzunähern. Das hat der Richter, der den Fall Jallo verhandelt und die Polizisten freigesprochen hat, wohl redlich versucht. Zu sagen, es sei ihm nicht gelungen, ist ein bemerkenswert ehrliches Eingeständnis in die begrenzten Möglichkeiten menschlichen Handelns vor Gericht. Und im Zweifel für den Angeklagten zu entscheiden, ist ein Gebot des Rechtsstaats, das verhindert, dass nicht Recht, sondern Empörung gesprochen wird. Dass ein Asylbewerber in Polizeigewahrsam gefesselt verbrennt - in diesem tragischen Vorfall sind gleich mehrere Elemente verbunden, die in vielen Köpfen die Vorstellung rassistisch motivierter Polizeigewalt wachrufen. Ein ungutes Bild, gerade in Deutschland. Es aufzuklären und gegebenenfalls zu korrigieren, ist einen zweiten Anlauf des Landgerichts Magdeburg wert. Im Interesse der Hinterbliebenen ebenso wie der Polizei. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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