Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zu Guttenberg, Ausgabe vom 17.12.2009

Ulm (ots) - Wäre es in der Mediendemokratie nicht allzu blauäugig, man müsste der Republik in Sachen Bundeswehr-Luftschlag eine Diskussionspause wünschen, bis einigermaßen präzise alle vorhandenen Fakten vorliegen. Da das nicht geht, darf von den beteiligten Akteuren zumindest große Zurückhaltung erwartet werden, um dem Afghanistaneinsatz der Bundeswehr nicht völlig die Akzeptanz zu entziehen und das Vertrauen der Soldaten in ihre politische Führung ganz zu untergraben. Leider hat sich das ausgerechnet Verteidigungsminister zu Guttenberg, der zunächst ohne eigenes Zutun in die heikle Affäre hereingeraten ist, in den letzten Tagen immer weniger zu Herzen genommen. Seine nassforsche Vorwärtsverteidigung in TV-Talkshows wie auf der politischen Bühne wird aber der Bedeutung des Vorgangs nicht gerecht. Wenn ein besonnener Soldat wie der geschasste frühere Generalinspekteur Schneiderhan den Minister öffentlich der Unwahrheit bezichtigt, geschieht das sicher nicht ohne gründliche Abwägung. Nicht nur seine Art, Klartext zu reden und Dinge beim Namen zu nennen, die andere verbrämen, sondern auch seine Souveränität, seine Distanz auch zum eigenen Tun, haben zu Guttenberg in Rekordzeit zum populärsten deutschen Politiker gemacht. Derzeit reagiert er wie ein in die Ecke gedrängter Boxer mit wilden Rundumschlägen. Das wird weder ihm noch seinem Amt gerecht. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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