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Südwest Presse: Kommentar zum Islamunterricht

Ulm (ots) - Als Baden-Württemberg zum Schuljahr 2006/07 an zwölf Modellschulen den islamischen Religionsunterricht eingeführt hat, war das ein wichtiges Zeichen. Wir überlassen die Vermittlung des Islam nicht mehr allein dem nationaltürkischen Konsulationsunterricht und den Koranschulen, lautete die Botschaft. Und die Politik schien verstanden zu haben, dass es nicht ausreicht, das Wirken von Hasspredigern und die Bildung von Parallelgesellschaften zu beklagen, sondern dass sie integrationswilligen Muslimen auch Angebote unterbreiten muss. Ihre Kinder haben das gleiche Recht auf Religionsunterricht wie christliche. Nun, da das Schweizer Minarett-Verbot noch in unguter Erinnerung ist, setzt das Land wieder ein Zeichen: Mitten in die Debatte hinein platziert es den Beschluss, den islamischen Religionsunterricht auszuweiten. Auch dieser Schritt ist richtig. Aber so recht überzeugen mag er diesmal nicht. Dafür kommt er zu spät und zu kraftlos. Im Südwesten besuchen bereits rund 70 000 Kinder und Jugendliche islamischen Glaubens die Schule. Aber nur 900 erhalten Islamunterricht an der Grundschule. Selbst wenn die Zahl jetzt verdoppelt wird, ist das Missverhältnis noch immer augenfällig. Religionsunterricht unter staatlicher Aufsicht, in deutscher Sprache und von Muslimen miterarbeitet, ist ein wichtiger Beitrag zur Integration. Daher sollte das Land seine Bemühungen weiter verstärken und nicht bei Klasse 5 einstellen. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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