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Südwest Presse: Kommentar: Afghanistan

    Ulm (ots) - Der Krieg in Afghanistan bleibt Chefsache: Auch US-Präsident Barack Obama lässt sich nicht von seinen Verbündeten das Gesetz des Handelns aus der Hand nehmen. Seine Ankündigung, die amerikanischen Truppen aufzustocken und zugleich einen Starttermin für den Rückzug zu definieren, setzt Zeichen und die Alliierten unter Druck. Die Europäer werden sich dieser Doppelstrategie Obamas bei der Afghanistan-Konferenz Ende Januar in London nicht entziehen können. Washington erwartet von allen Beteiligten mehr Soldaten - nur dann ist es möglich, im Sommer 2011 mit dem allmählichen Abzug vom Hindukusch zu beginnen. Eine Botschaft, die den Nato-Partnern in den nächsten Wochen noch viel Kopfzerbrechen bereiten wird. Kanadier und Holländer sind schon auf dem Absprung. Paris und Berlin würden mit Rücksicht auf eine immer skeptischer werdende Öffentlichkeit ihren Militäreinsatz lieber heute als morgen reduzieren. Und jetzt sollen sie sogar noch weitere Soldaten schicken, obwohl Zweifel erlaubt sind, dass Afghanistan militärisch auf den Tugendpfad von Freiheit und Demokratie gezwungen werden kann? Die Bundeskanzlerin braucht gute Gründe, um der Bevölkerung zu erklären, dass Deutschland dem US-Präsidenten folgen muss. Bis London kann Angela Merkel auf Zeit spielen, danach heißt es: Farbe bekennen, unerbittlich.

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