Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zum Thema Jung

    Ulm (ots) - Schwach angefangen und dann stark nachgelassen - Franz Josef Jungs Demission war längst überfällig. Selbst die ihm menschlich gewogene Kanzlerin Angela Merkel muss den Abgang des ebenso jovialen wie tapsigen Ministers als Befreiung empfinden. Überrascht wurde sie wohl nicht mehr vom Rücktritt des Hessen, sonst hätte sie nicht innerhalb von Stunden die Nachfolge geregelt. Unerwartet schnell erhält nun auch die bisherige Familienministerin Ursula von der Leyen die Chance, sich in einem gewichtigeren Ressort zu bewähren. Bei der Regierungsbildung war ihr Wunsch noch an der Koalitionsräson gescheitert - am Griff der FDP nach dem Gesundheitsministerium. Merkel nutzt zudem die Gelegenheit, mit Kristina Köhler eine junge und vielversprechende Politikerin zu befördern. Etwas mehr Glanz in der Regierungshütte kann wirklich nicht schaden nach dem verkorksten Start. Denn die fatale Aufarbeitung des folgenschweren Luftschlags in Afghanistan bestimmt zwar seit Tagen die Schlagzeilen, ist aber nur eine von etlichen Baustellen der schwarz-gelben Koalition. Interne Differenzen über Steuerreform und Betreuungsgeld, Konflikte auch mit unionsgeführten Bundesländern - nach dem Wahlsieg im September ist schnell Ernüchterung eingetreten. Klar ist auch, dass der Luftschlag in Afghanistan mit Jungs Abtritt noch längst nicht zu den Akten gelegt wird.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: