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Südwest Presse: Kommentar zum Mauerfall

    Ulm (ots) - Dass Menschen aus aller Welt in Berlin den 20. Jahrestag der Maueröffnung feiern, ist schon ein Geburtstagsgeschenk von besonderer Bedeutung. Dass der 9. November 1989 aber auch in anderen Hauptstädten rund um den Globus einen willkommenen Anlass für fröhliche Partys und kreative Aktionen bietet, macht den Glücksfall der deutschen Einheit erst komplett. Offenbar löst der Blick von außen auf die größer gewordene Bundesrepublik überwiegend positive Empfindungen aus. Das war nicht selbstverständlich für ein Land, dessen wechselvolle Geschichte durch kein anderes Datum so stark symbolisiert wird wie durch den 9. November - den Tag ungeteilter Freude (1989) wie den Tag furchtbarer Schmach (1938). Wir Deutsche tun gut daran, unsere Dankbarkeit für das politische Wunder der Vereinigung nicht nur mit anderen Ländern zu teilen, sondern die friedliche Revolution in der DDR als Glied einer grenzüberschreitenden Kette von Freiheitsbewegungen in Europa und darüber hinaus zu würdigen. Das bewahrt uns wie andere vor dem Rückfall in nationalstaatliches Denken. Auch wenn heute der Alltag wieder beginnt und die Probleme sichtbar werden, die nicht nur in Deutschland einer Lösung harren, bleibt der Eindruck haften, dass wir vor zwei Jahrzehnten erst mit dem Mauerfall beschenkt wurden und jetzt noch einmal mit einer globalen Gratulantenschar, die uns dieses Glück von Herzen gönnt.

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