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Südwest Presse: Kommentar zur Krankenversicherung

Ulm (ots) - Egal wer neuer Bundesgesundheitsminister wird - auf sie oder ihn wartet eine schier unlösbare Aufgabe: Es gilt, binnen eines Jahres ein neues Gesundheitssystem nicht nur zu entwickeln, sondern auch durchzusetzen. Erstaunlicherweise macht Kanzlerin Angela Merkel offenbar doch den Abschied vom Gesundheitsfonds mit. Das ist kein Fehler. Aber ob wirklich etwas besseres nachkommt, muss erst bewiesen werden, zumal es immer dramatisch an Geld fehlen wird. Einige Überlegungen sind durchaus sinnvoll. Für den Wettbewerb unter den Krankenkassen wäre es gut, wenn sie ihren Beitrag wieder selbst festlegen können. Kritisch ist dagegen schon das Einfrieren des Arbeitgeberanteils: Das bürdet den Arbeitnehmern zusätzliche Lasten auf. Ob das wirklich Arbeitsplätze schafft, bleibt zu beweisen. Ein Abschied aus der Solidarität sind auch die regionalen Differenzierungen, auf denen die Bayern bestehen. Eigentlich sollte es einen Ausgleich von den reichen zu den armen Bundesländern geben. Das zentrale Element aber ist die Kopfpauschale, auf die offenbar alles hinausläuft. Sie wäre konsequent, weil die Gesundheitsausgaben beim Einzelnen nicht von der Höhe des Gehalts abhängen. Den sozialen Ausgleich über Steuermittel vorzunehmen, ist gerechter als über die Beiträge, weil dann die starken Schultern mehr tragen. Aber dafür sind sehr viele Milliarden nötig, und die werden so schnell nicht zur Verfügung stehen. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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