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Südwest Presse: Kommentar zu Quelle

    Ulm (ots) - Das Versandhaus Quelle, das große und glanzvolle Wirtschaftsgeschichte in Deutschland geschrieben hat, ist seit gestern selber nur noch Geschichte. So bitter dies für Tausende von Mitarbeitern ist, denen nach langen Monaten der Unsicherheit jetzt nur noch die schlimme Sicherheit bleibt, den Arbeitsplatz zu verlieren - das Ende war kaum zu verhindern. Die Schuldzuweisungen, die jetzt quer durch die politischen Lager gehen, sind leider nicht viel mehr als die unvermeidliche Begleitmusik eines Dramas, für das nicht die Politik verantwortlich zeichnet, sondern das frühere Management des Karstadt-Quelle-Konzerns. Mehr noch: Spätestens jetzt zeigt sich, wie verfehlt die Staatshilfe für einen Konzern gewesen wäre, der nicht erst unter der Finanzkrise zu Schaden gekommen ist. Der Versandhändler Quelle war schon seit Jahren die vergiftete Quelle, aus welcher Arcandor trinken musste - bis der Dachkonzern pleite ging. Als Madeleine Schickedanz vor zehn Jahren Quelle mit dem Warenhaus Karstadt fusionierte, begannen ihre Manager einen Kurs der Konzeptlosigkeit: Übernahme des Konkurrenten Neckermann, um ihn dann wieder abzustoßen; zu später Ausbau des Online-Handels - das sind nur die wichtigsten Stichworte eines Konzerns der Unübersichtlichkeit. Gewissenlose Manager taten das Übrige. Quelle wird wenigstens in den Geschichtsbüchern überleben, Arcandor vermutlich nicht einmal das.

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